Sonntag, 27.7.2014:

Gestern Abend und auch nachts hat es geregnet. Jetzt ist wieder alles schön, nur überhaupt kein Wind. Das Wasser des Fjords ist spiegelglatt und so entstehen natürlich auch wunderschöne Spiegelungen von Wolken und schneebedeckten Gipfeln im Wasser. Interessant auch ein dampfender Wasserfall, sicher ist dort eine heiße Quelle angebohrt.

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10:45 Uhr ein Zwischenstopp auf der Insel Hrisey, auf den Seekarten ist der Hafen zwar nicht vermessen, wir versuchen trotzdem anzulegen und es geht wunderbar. Man könnte dort auch über Nacht bleiben, sogar Strom ist an der Pier. Wir messen 6,5m Tiefe. Wir unternehmen eine 2-stündige Wanderung auf der Insel, von der man wunderschöne Ausblicke auf beide Seiten des Eyjafjordes hat. Und außerdem ist es ein wahres Vogelparadies. Für die Bequemen wird eine Fahrt mit einem von einem Traktor gezogenen Wagen angeboten und das wird auch hinreichend genutzt.

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Nach dem Mittagessen geht es weiter, jetzt ist etwas Wind (1 bis 2Bft) aus Nord. Die 4sm segeln wir, heute waren es insgesamt 24sm. In Dalvik finden wir an einem Schwimmsteg Platz. Und die Sonne scheint vom blauen Himmel, auch 20:00 Uhr noch. Ein kleiner Stadtbummel von Hillu, Jörg nimmt sich die Motorkontrolle vor. Es ist wieder schön, sich in der Plicht von der Sonne bescheinen zu lassen. Da es dort windgeschützt ist, kann man im Badeanzug sitzen.

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Montag, 28.7.:

Die Windvorhersage ist so, dass es am besten ist, heute nach Husavik zu kommen. Wir legen 7:20 Uhr ab, fahren zum Wassertanken und dann zum Dieseltanken, heute soll das gehen. Allerdings scheint das Dieseltanken wieder etwas schwierig zu sein, weil nur eine Fischertankstelle da ist. Nun nach 1½h haben wir es geschafft und 33l sind nachgetankt. Jetzt geht es richtig los, allerdings wieder nur mit Motor. Kein Wind, Sonne und spiegelglattes Wasser, aber auf beiden Seiten des Eyjafjords die Schneefelder an den Berghängen. Wale sind nicht zu sehen, obwohl hier ein Gebiet ist, wo die Wale-Whatching-Boote ständig umherkurven. 11:15 Uhr verlassen wir den Eyjafjord, ab jetzt geht es Richtung Ost. Der vorausgesagte Wind ist noch nicht da, Motor und „Gustav“ arbeiten weiter. Wir fahren dicht an der Küste entlang, um die schönen Anblicke zu genießen: immer wieder Schneefelder zwischen dem rötlich-braunem Gestein. Und kurz begrüßt uns eine Gruppe Wale. Endlich kommt Wind, wenn auch aus NO, hoch am Wind lässt sich segeln. Die Insel Flatey bleibt Bb. Und die Sonne scheint. Später beim Blick zurück ein wunderbares  Bild, rechts die sehr flache, grüne Insel Flatey mit ihren vielleicht 15 Häusern, links die über 500 m hohen, steil aus dem Meer ragenden Gipfel, Wasserfälle über Wasserfälle. Nach 38sm legen wir im Hafen von Husavik an einem ausgemusterten Fischerboot an, außer uns gibt es noch drei weitere Segelboote – etwas Seltenes in dieser Gegend. Und es sind 20°C!!!

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Dann wieder eine kleine Orts-Besichtigung. Eine schöne Kreuzkirche aus norwegischem Holz gibt es hier, das Walmuseum lassen wir für morgen. Und der Blick von oben auf einen Teil des Hafens. Den größeren Teil haben die Wale-Watching-Boote okkupiert. Hier ist sehr viel touristisch aufgezogen – nun das ist zwar nicht unser Ding, aber Geld muss man hier eben auch verdienen.

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Die Sonne scheint auch abends noch, es ist angenehm, draußen in der Plicht zu sitzen.

Dienstag, 29.7.:

Nachts kommt Regen, und der hört den ganzen Tag nicht auf. Der Himmel ist total zu, man sieht kaum etwas. Die schöne Kulisse ist verschwunden. Nur feiner, dünner Regen, man mag nicht nach draußen gehen. Wir laufen trotzdem zu einer Autovermietung hier in Husavik und ordern für morgen früh einen Kleinwagen. Dann das Wal-Museum, wir halten uns dort fast 2h auf, es ist sehr lehrreich und interessant dargestellt; die Texte in isländisch, englisch und deutsch. Man erhält umfassende Informationen zu allen Walarten. Dazu eine Vielzahl von lebensgroßen Skeletten von Walen, die irgendwo gestrandet sind. Das Thema Walfang wird nicht ausgeklammert und auch nicht die Bedrohung dieser Tiere durch Umweltprobleme.

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Nach dem Walmuseum schnell zum Boot. Die einzigen, die unentwegt draußen bleiben, sind die Walbeobachter. Ob heute viel zu sehen ist, ist zu bezweifeln. Aber wenn man schon einmal hier ist. Sie werden in Overalls eingekleidet und fahren entweder mit Powerbooten oder mit restaurierten Holzbooten raus.
Wir sind froh, an Bord unsere Heizung zu nutzen. So ist es zumindest gemütlich. Und nach dem Mittagessen (heute Eisbein mit Sauerkraut) gibt’s eine lange Mittagsruhe und Kuscheltime. Und die Vorbereitung auf unsere Autotour morgen – hoffentlich bei besserem Wetter.
Es ist inzwischen 21:00 Uhr und es regnet immer noch!!!!
     
Mittwoch, 30.7.:


Pünktlich 8:00Uhr stehen wir vor der Autovermietung und es klappt auch alles. Der Vermieter nimmt es nicht so genau, Rücklichter hinten links sind abgeklebt. Das weiß er und wir lassen es damit auch bewenden. Bisher haben wir hier nur freundliche, hilfsbereite Menschen erlebt. Das Wetter ist so leidlich, mal regnet es, mal ist Sonne. Nun kann die geplante Rundtour beginnen, von der wir mit ganz, ganz vielen Eindrücken und Bildern 18:00 Uhr zurückkehren. Das Abgeben des Autos ohne Probleme, nur die Frage: Hatten Sie einen schönen Tag?
Hier die Stationen:

·       Asbyrgi, eine hufeisenförmige Schlucht mit bis zu 100m hohen steilen Felswänden. Man kann in die Schlucht wandern, aber auch auf einem Schotterweg mit dem Auto hineinfahren.

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·       Dettifoss, auf einer Breite von 100m stürzen dessen ungeheure Wassermassen donnernd 44m in die Tiefe. Schon von der Ferne kann man die Gischtwolke sehen. Hier beginnt der Canyon Jökulsargljufur, der mit 25km der längste Fluss-Canyon Islands ist. Von Asbyrgi führt ein Wanderweg durch die Schlucht, für die man 2 Tage einplanen sollte, vorbei an einer imposanten Wasserfallkette.


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·       Soltarenfeld Namaskard,
und hier sind sie endlich: die dampfenden, brodelnden und kochenden Schlammbecken, die in den unterschiedlichsten Farben schimmern. Da stört auch nicht der beißende Schwefelgeruch. An die zischenden Steinhaufen darf man sich nicht zu nahe begeben. Das gesamte Namafjall ist eine einzigartige Naturerscheinung.

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·       Myvatn, der Mückensee, hat ein Ausmaß von 35km². Er entstand vor 3500 Jahren und erhielt seine Form 1500 Jahre später, als entlang einer 9km langen Kraterreihe weitere Ausbrüche erfolgten. Die Ufer des Sees sind zum Schutz der Wasservögel für Menschen gesperrt. Auch im See sind Vulkankrater erkennbar – eine unglaublich vielfältige Vulkanlandschaft.


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·       Krater Hverfjall, einer der größten Explosionskrater. Wir nehmen den steilen Aufstieg vom Parkplatz, schon der Ausblick über die Landschaft lohnt die Kraftanstrengung. Der Krater, vor 2800 Jahren entstanden, ragt rund 160m aus der Ebene heraus. Fast vegetationsfrei liegt der Tuffring grau in der Landschaft. Sein Durchmesser 1000m, 140m tief, auf dem Boden ein kleiner Hügel, alles faszinierend!!!!

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·       Vulkanfeld Dimmuborgir (die dunklen Burgen), hier das Zusammenspiel von Vegetation und Lava und im Hintergrund der Krater. Auf markierten Rundwegen kann man die schönsten Lavagebilde bewundern. Die Lavaskulpturen sollen an Elfen und kleine Trolle erinnern, die sich je nach Licht bewegen sollen. Meist sind es aber die Zweige der Büsche, die im Wind schaukeln.

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·       Park Höfdi, von hier nochmals wunderschöne Blicke über den Myvatn.

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Nach Auswertung der Wettervorschau legen wir fest, morgen weiter zu fahren. Der Wind soll die nächsten 3 Tage seine Richtung (Nord) nicht ändern. Und ab 10:00 Uhr soll er auf 4 bis 5Bft zurückgehen.

Donnerstag, 31.7.:


9:45 Uhr legen wir ab, setzen im Hafenbereich die Segel, Groß 1xgerefft und Fock 2xgerefft als Selbstwendefock. Und draußen geht es gleich ganz schön zur Sache. Unseren ursprünglichen Plan, den Wale-Watching-Booten hinterherzufahren, um MobbyDick vielleicht doch noch zu sehen, geben wir auf. Der Wind kommt mit 5Bft in den Spitzen mit 6Bft aus Nord. Wellenhöhe 1,5 bis 2m. Das ist mal wieder zu viel für Hillus Magen, also im Boot in die Waagerechte.  Bis 15:00 Uhr heißt es Kreuzen, dann ab der Nord-Ost-Seite der Halbinsel Tjörnes mit Anlieger über den Axarfjördur. Der Wind wird nicht weniger, nur die Wellen höher. Und weiter entlang der Halbinsel Melrakkasletta hoch am Wind. Dann der nächste Ausfall – der Plotter liefert keine Daten mehr. Wahrscheinlich hat er trotz des zusätzlichen Schutzes zu viel Salzwasser abbekommen. Also mit Wegpunkten und Karte arbeiten.
Das Erfreuliche ist, dass wir erneut eine Gruppe Wale sehen, nur leider nicht sehr lange. Vor Rifstangi segeln mit halbem Wind, das ist angenehmer und vor allem schneller. 22:15 Uhr unser nördlichster Punkt des Törns, 66°34,35’Nord. Ab Ost-West-Ecke von Melrakkasletta mit achterlichem Wind. Die Einfahrt nach Raufnahöfn hat so ihre Tücken, ohne Plotter nicht ganz einfach. Zuerst muss man in den weißen Sektor des Leuchtfeuers Höfdi fahren, dann auf ein grünes Leuchtfeuer zu halten, dann ein Richtfeuer genau einhalten und dann zwischen grüner und roter Tonne durch. Es war machmal schon unheimlich, die waschenden Felsen vor sich und ganz in der Nähe zu sehen. 1:10 Uhr liegen wir fest an der Pier in Raufarhöfn. Aus den geplanten 68sm sind 90sm geworden, nur 4sm davon mit Motor, um gefahrlos in die Häfen rein und raus zu kommen. 15½h war auch länger, als wir ursprünglich geplant hatten.

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Freitag, 1.8.:

Hafentag in Raufarhöfn. Wir schlafen ordentlich aus, frühstücken und dann macht Jörg einen Hafenrundgang. Einst war die nördlichste Stadt Islands ein florierender Heringsfischerort. Jetzt stehen die Fischverarbeitungshallen leer, die Öltanks gammeln vor sich hin. Ein paar Fischerboote dümpeln im Hafen vor sich hin, wir haben keins rausfahren gesehen. Das Schönste am Ort ist eine 1927 gebaute Kirche. Jetzt wird versucht, durch Tourismus wieder Leben in diesem Ort zu bringen.  Es entsteht ein großer mythologischer Sonnenkalender: Arctic Henge. Bisher sind 2 Tore und der zentrale Steinbogen fertiggestellt. Man hat sich entschlossen, die unendliche Weite dieses Ortes zu nutzen, an dem rundherum nichts den Horizont und die Mitternachtssonne beeinträchtigt. Die 3,5m hohe Steinmauer soll einen Durchmesser von 50m haben, 6m hohe Türme in den 4 Himmelsrichtungen, im Mittelpunkt die 11m hohe Säule auf 4 Pfeilern ruhend. Nach Fertigstellung soll es so aussehen:

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Ja, und dann noch unser Liegeplatz, nicht sehr romantisch.
Abends gehen wir ins Hotel, sehr angenehm dort. Wir nutzen WIFI zum Übertragen der Daten und für die Windprognose. Die besagt, dass wir morgen zeitig losfahren sollten. 

Sonnabend, 2.8.:

Wir haben heute alles: Regen, Sonne, Hagel, Regenbogen, 1,5m hohe Dünung (halt!! Schnee fehlt), vor allem aber kein Wind. Dabei sind wir extra 5:00 Uhr los, um den Wind aus Nord noch zu erwischen, aber denkste!!! Mittags soll der Wind auf West drehen, da wollen wir um das Kap von Langanes sein. Versuche zu segeln, bringen nur Schaukeln in der Dünung, aber kein Vorwärtskommen. Also Diesel verbraten und „Guste“ hat Freizeit.
Dafür sichten wir 6:45 Uhr Wale, und der Regenbogen ist auch schön. Am Kap Langanes, den nord-östlichen Punkt Islands, köpfen wir eine Flasche Sekt und können unseren Kurs nach Süd ändern. Auf Grund der Windlage ändern wir unseren Plan, statt nach Bakkafjördur gleich nach Vopnafjordur zu segeln. Nachmittags kommt Wind aus West, zwar nicht wie angekündigt 3Bft, aber immerhin 1 bis 2Bft.

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14:40 Uhr eine weitere Gruppe großer Wale, sie sind auf beiden Seiten des Bootes zu sehen. Blasen ihre Luft aus und einer zeigt ganz in unserer Nähe seine Flunke. Schade, der Fotoapparat war gerade nicht aufnahmebereit. Aber der Augenblick bleibt im Gedächtnis. Und dazu scheint die Sonne vom blauen Himmel. 15:45 Uhr erreichen wir den Vopnafjord, stb mit einer grünen flachabfallenden Küste, bb mit höheren schneebedeckten Bergen. 18:20 Uhr bergen wir die Segel. Nun heißt es, mit den Computer-Karten und Wegpunktbestimmung mit Plotter und Handy die etwas schwierige, mit Untiefen und waschenden Steinen gespickte Einfahrt zum Hafen von Vopnafjördur schadensfrei zu befahren und dann ist das Anlegemanöver in dem sehr engen Bereich hinter dem Rettungskreuzer auch nicht ganz ohne. Der Wind hilft dabei gerade nicht!!! 19:20 Uhr ist alles geschafft. Mit Sonnenschein, abnehmendem Wind und damit angenehmen Temperaturen spannen wir ab, 75sm waren es heute.

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