Sonntag, 3.8.2014:
Hafentag in Vopnafjördur
heißt zuerst Stadtbesichtigung. 10:00Uhr öffnet die Touristen-Info – sie ist
mit einem Kaffe kombiniert. Haben dort freies Internet
und können erreichen, dass wir im Hafen tanken können. Man ist nach wie vor sehr
freundlich und hilfsbereit. Heute haben wir Super-Wetter, die Sonne scheint vom
blauen Himmel. Es ist wenig Wind und wir messen 16°C. Nach dem Mittagessen
genießen wir die Sonne an Bord und beginnen unsere Wanderung erst nachmittags.
Zuerst entlang der Küste Richtung Leuchtturm, dann in die hügelig-bergige
Landschaft mit schönen Ausblicken, viele Brutplätze und es gibt reife
Blaubeeren. Zurück nehmen wir einen anderen Weg, der uns Richtung Kaffee führt.
Und weil Sonntag ist, genehmigen wir uns zu dem Kaffee noch selbstgebackene
Torte. Das Museum lassen wir aus, dafür ist das Wetter zu schön. Faszinierend
das gegenüberliegende Ufer.
Und auch abends scheint die Sonne bis 21:00 Uhr auf unser Boot, dann wird es im
Wind kalt.


Nach mehrfachem Studium der Wetterkarten
entscheiden wir, morgen zeitig los zu segeln. (Wir hatten schon überlegt, einen weiteren Tag hier zu bleiben.) Mittags soll es in dem Fjord ziemlich ruppig werden.
Montag,
4.8.:
5:00 Uhr klingelt der Wecker, 6:00Uhr
kommt das Kommando zum Ablegen. Im Fjord zuerst Wind mit 2 bis 3Bft aus Ost,
das heißt, der Motor muss mithelfen. Ab 9:00Uhr ist das nicht mehr nötig,
hinter dem Kap Barnarey ist unser Kurs SO. Mit
jeweils 1xgerefften Segeln geht es mit über 6kn durch die Wellen. Je nach
Windstärke – er pendelt zwischen 4 und 5Bft-, muss mit 1 oder 2xgerefften
Segeln gesegelt werden. Reffen und Ausschütten in einem fort, das strengt an.
So kommen wir wunderbar voran, zuerst hoch am Wind und dann nach dem
Leuchtfeuer Glettinganes mit halbem und später vor
Wind und Kurs Süd. Bereits 16:00Uhr die Einfahrt in den relativ schmalen Fjord,
auf beiden Seite durch hohe Berge begrenzt. Von denen sehen wir heute nicht
viel, das Wetter hat sich für uns ungünstig entwickelt- es regnet oft und die
Berge hängen in den Wolken. Dafür ist die Windrichtung günstig, mit achterlichem Wind geht es in den 9sm langen Fjord. Nach
11½h ist das Boot an einer Holz-Pier mit schwarzen Reifen fest, gefällt uns
zwar nicht, aber etwas Besseres gibt es hier für uns nicht. Wieder typisch für
einen Fährhafen, das ist alles schick und modern, aber für Segler hat man
nichts übrig. Dafür konnten wir den Motor schonen, 55 gesegelte Seemeilen sind
heute auf unserem Konto. Und diese schöne Natur haben wir direkt vor unserer
Nase.

Dienstag, 5.8.:
Hafentag in Seydisfjördur:
1. Weg zur Touristeninfo, dort gibt es Internet und wir bekommen hoffentlich
die Daten so übertragen, dass die Links wieder funktionieren. Dann
Stadtrundgang und einkaufen. In der Stadt gibt es eine schöne Kirche, sowohl
außen als auch innen blau. Hier finden Konzerte statt.Im
Altstadtkern schön restaurierte alte Häuser, gebaut zum Ende des
19.Jahrhunderts. Die Stadt hat eine Fährverbindung zu den Faröern
und zum europäischen Festland. Hier wurde
1906 die 1. Untersee-Telefonleitung ins Ausland installiert und es soll ein
interessantes Technikmuseum geben. Wir werden uns wohl für Schwimmbad mit Hot
Pot und Sauna entscheiden. Es regnet zwar nicht, aber an Sonne ist heute nicht
zu denken. Und dieses interessante Gefährt haben wir auf einem Garagendach
gefunden.

Und das haben wir auch so gemacht.
15:00Uhr wurde geöffnet, wir als „Seniors“ hatten freien Eintritt. Schwimmen,
Hot Pot und Sauna ausgiebig genossen. Dann nochmal zur Touristen-Info Internet
nutzen, ja und zurück zum Boot. Das ist die Stille, die wir 20:30 Uhr hier
erleben. Die Kreuzfahrer sind weg und es absolute Ruhe hier.

Mittwoch, 6.8.:
So
sieht es 7:30 Uhr aus, also sind die Berge, die den Fjord begrenzen, nicht zu
sehen. Und so ähnlich sieht es den ganzen Tag aus. Die Sicht ist schlecht, ab
und zu zusätzlich noch Seenebel. Der für Mittag
vorausgesagte Wind von bis zu 6Bft aus NNO kommt nicht!!
D.h. es wird eine reine Motorbootfahrt – nicht so gedacht, aber auch nicht zu
ändern. Wegen des angesagten Starkwindes hatten wir schon überlegt, noch einen
Tag zu warten. Da der Wind aber aus NNO kommen sollte und wir Richtung Süden
wollten, sind wir doch gefahren.
Tja, so ist das eben manchmal mit den Windvorhersagen. Wir erreichen 11:25 Uhr
den östlichsten Punkt Islands (Kap Gerpir), nicht
viel zu sehen, da in den Wolken. Etwas schöner die Sicht auf die Insel Seley mit ihren Basaltsäulen. 15:00 Uhr dann die Einfahrt
nach Breiddalsvik und pünktlich kommt so dichter
Nebel, dass man gar nichts mehr sieht. Ich stelle mein Handy so ein, dass alle
3min ein Wegpunkt aufgezeichnet wird und navigiere
mit dem Computer. Jörg kontrolliert mit der Seekarte. Einige Untiefen sind zu
umfahren, bevor wir dann 16:40 Uhr endlich die Mole sehen. Wir legen uns an
eine 62-Fuß-Weltumsegeryacht, ziemlich rustikal, ins Päckchen, an den
Schwimmstegen liegen Fischer.

Da heute kein Wind war, sind wir 49sm nur mit dem Motor unterwegs gewesen.
Und da die Fischer beim Entladen sind, hole ich heute 2 kleinere Dorsche, die
Jörg filetiert. Abendbrot und Mittagbrot für morgen gesichert. Dorschleber und
3 filetierte Stücke haben uns super geschmeckt.
Donnerstag, 7.8.:
Nachts hat es geregnet und jetzt haben
wir den für gestern angesagten Wind. Der Himmel ist weiter bedeckt und von den
Bergen leider nichts zu sehen. Wir werden uns dick einmummeln und erst mal eine
Ortsbesichtigung machen.
Ja, das haben wir gemacht. Viel war nicht zu sehen, außer Regen und Nebel. Vor
dem Hotel dieser Track, das älteste Haus des Ortes wird neu als Museum und
wissenschaftliche Arbeitsstätte für Geologen ausgestaltet. Hier in der Gegend
soll es sehr wertvolle Mineralvorkommen geben. In dem Museum arbeitet eine
Schweizerin, die z. Z. Studenten bei ihrer Master-Arbeit betreut. Mit ihr
hatten wir ein sehr nettes Gespräch, auch mit Erinnerungen an Jörgs Aufenthalt
hier vor 8 Jahren. Der Tierarzt Dr. Hakon, den Jörg
zuerst konsultiert hatte, ist jetzt Vorsitzender des Fördervereins für diese
wissenschaftliche Einrichtung. Zurück zum Boot und Dorsch genießen. Das Wetter
wird immer unfreundlicher: Regen, starker Wind, kalt. Wie sagt man, da jagt man
keinen Hund vor die Tür. Wir bleiben an Bord, stellen die Heizung an und
verzichten auf die geplante Wanderung. Von der schönen Umgebung, die hier sein
soll, können wir allerdings nichts sehen.


Freitag, 8.8.:
7:50 Uhr Leinen los zur letzten Rund-Island-Etappe. Es regnet; positiv ist,
dass wir die Berge, die wir gestern und vorgestern nicht gesehen haben, heute
sehen. Wenn sie auch noch etwas im Dunst sind.

Mit Motor aus dem Hafenbereich – heute ohne Seenebel.
Nach einer ¾h können Groß und Fock gesetzt werden. Bei Wind aus West von 1 bis
3Bft geht’s mit halbem Wind gut voran. Die Landschaft ist wieder spektakulär,
immer neue Felsen, die in den unterschiedlichsten Farben leuchten und teilweise
in den Wolken hängen. Gegen 9:00 Uhr hört der Regen auf und der Tag entschädigt
uns für den gestrigen. Es ist schöner Segelwind, die Dünung kommt von hinten
und somit gleiten wir über das Wasser. Auch wenn die Windvorhersage nicht
stimmt (der Wind sollte aus NNO kommen), wir sind zufrieden. Nachmittags ändert
sich die Richtung auf SSW, hoch am Wind bei 3Bft weiter ein Vergnügen. Bald sind
auch die Schnee-und Gletscherfelder des Vatnajökull
zu sehen. Die Farbenpracht der Berge stammt von einem Vulkankrater, der vor 9
Millionen Jahren aktiv war. Je näher wir Höfn kommen,
desto schöner die Gletscherzungen. Es ist ein weitläufiges nahezu unbewohntes
Gebiet einer von Tälern und Schluchten geprägten Landschaft. Und auch die
„Horchstation“ auf Stokksnes, die ehemalige
Radarstation der NATO; sieht in der
inzwischen scheinenden Sonne gut aus.
15:00 Uhr erreichen wir den Einfahrtsbereich für Höfn,
nicht einfach zu navigieren: zuerst den weißen Sektor des Leuchtfeuers und dann
mehrfach nach Richtfeuern fahren, es gibt viele Steine und Untiefen und neben
dem Fahrwasser sehr flache Stellen. Gut, dass heute kein Nebel ist und kein
Tidenstrom geht, der hier erheblich sein kann.

16:45 Uhr sind die Leinen an einem Schwimmsteg in Höfn
fest. Heute 52sm, davon 43sm gesegelt, der Rest nur wegen der langen
Hafenausfahrten und -einfahrten mit Motor. Wir haben noch genügend Zeit, zur
Touristen-Info zu gehen und Einzukaufen. Und dann heute zum 2. Mal „frischen
Dorsch gebraten“ essen. Wir haben einen guten Platz im Hafen am Schwimmsteg erhalten.
Abends nach 20:30 Uhr bin ich noch etwas gelaufen, das Licht war so toll. Von
den Bildern fällt es schwer, etwas auszuwählen. Die Stadt und vor allem ihr
herrliches Panorama gefallen uns sehr gut. Höfn liegt
am Fuß des Vatnajökull, mit einer Fläche von 8300km²
größter Gletscher Europas und der drittgrößte der Welt.

Sonnabend, 9.8.:
Wow, war das ein Tag!!! Voll mit tollen
Eindrücken und vielen Bildern und Videos kehren wir von unserer Busfahrt
zurück. So viele unterschiedliche Grün-Töne habe ich bisher noch nicht gesehen.
Doch der Reihe nach.
Pünktlich 6:00 Uhr klingelt der Wecker.
Wir müssen ¼ h zur Busabfahrtstelle laufen und wollen möglichst früh wegen der
besten Plätze da sein. Die Fahrt geht auf der Ringstraße 1 immer entlang des Vatnajökull-Nationalparks, mit 13600km² der größte
Nationalpark Europas. Die Busfahrt hatte es bereits in sich. Es geht vorbei an
hohen felsigen, teilweise grünbewachsenen Bergen, Gletscherzungen, die bis tief
in die Täler reichen, dann wieder vegetationslose Kegel mit Tuffgestein, grüne
Täler mit Weiden für Schafe und Pferde und vereinzelte Bauerngehöfte. Viele
Flüsse von den Gletschern ins Tal werden durch Brücken überspannt, dann wieder
schwarze Geröllfelder soweit das Auge reicht. Alle Bilder aus dem Bus
aufgenommen.
Von 9:00 bis 11:30 Uhr der 1. Stopp, Jökulsarlon, der
160m tiefe Gletschersee, in den der Breidamerkurjökull
kalbt. Wir buchen eine Bootstour mit einem Amphibienfahrzeug (4000 ISK pro
Person), die Kulisse mit dem großen Gletscher und den treibenden Eisbergen ist
äußerst beeindruckend. Hellblau bis schwarz, manche auch grünlich bis weiß,
schimmern die bizarren Klötze und Gebilde, dazwischen schwimmen Seehunde.

Nachdem wir unsere Bootsfahrt hinter uns haben, beginnt es zu regnen – wir
flüchten in das Cafe und warten dort auf die Abfahrt des Busses. Weiter geht es
im Regen, aber pünktlich vor dem Stopp in Skaftafell
hört er auf.
12:15 bis 17:30 Uhr ist Pause. Der Wanderweg durch mit Moosen, Blumen und
kleinen Büschen bewachsenem Geröll führt uns direkt
zur Eiskante des Skaftafellsjökull.
Der Gletscher hat sich schon deutlich zurückgezogen, jährlich rund 50m. Mit
Egon und Uwe habe ich beide Orte schon einmal besucht.
Zurück den gleichen Weg zum
Servicezentrum und dann in die grüne Oase von Skaftafell,
es gibt zahlreiche Wanderwege mit üppiger Vegetation. Wir entscheiden uns für
den Aufstieg zum Svartifoss. Unterwegs schöne Bachläufe
und weitere Wasserfälle bis wir den Svartifoss, der
aus einer Wand von regelmäßig gebildeten schwarzen Basaltsäulen niederfällt,
erreichen. Wie auf dem Bild zu sehen, machen auch wir eine Pause, um unsere
mitgenommenen Stullen zu essen. Dann laufen wir den gleichen Weg zurück, der
Rundweg ist zu lang, wir müssen unseren Bus erreichen! Nicht nur die
Wasserfälle sind interessant, sondern auch die Ausblicke auf die umliegenden
Berge und Gletscher und auf die Tiefebene mit ihren Flüssen inmitten des schwarzen
Gerölls, schon bewachsenen Stellen und im Hintergrund die Brücke der Ring-Straße
R1.
Ja, warum diesmal mit Bus. Preislich ähnlich teuer, man muss aber beim Fahren
nicht ständig auf die Straße achten und kann die Landschaft genießen. Für das
Mietauto hatten wir 18.000ISK bezahlt + 4.000ISK für Benzin, die Busfahrt
kostet für 2 Personen 19.000ISK.


Unser Bus bringt uns pünktlich nach Höfn zurück, mit einem Zwischenstopp in Jokulsarlon.
Die Amphibienfahrzeuge sind weiter im Einsatz – der „Rubel rollt“. Die Brücke
hat der Bus gerade benutzt.
Zurück haben wir bestes Wetter, um uns an der grandiosen Landschaft zu
erfreuen.