Sonntag, 24.8.2014:

0:35 Uhr Überquerung des Nullmeridians, vom 18.6. bis 23.8. die Breitenangabe West. Ab jetzt wird Ost im Bordbuch stehen. Nachts nicht besonderes, allerdings sind immer mal Fischer im Weg. 7:00 Uhr die ersten Öl-/Gasplattformen in Sicht. Wir halten ausreichend Abstand, so dass es dieses Mal keine Aufforderungen gibt, unseren Kurs zu ändern, und können dabei mit kleinen Abweichungen unseren Kurs von 112° beibehalten. Wir fahren so an unzähligen Plattformen vorbei, Fluch und Segen. Jetzt für die Engländer und Norweger das große Geld, was wird aber aus diesen Dingern, wenn sie erschöpft sind?
Nun wir freuen uns über das Wetter, der Wind bleibt stabil, die Sonne scheint, die Regenwolken ziehen meist vor oder hinter uns vorbei. Unser Etmal von 153sm lässt sich sehen. „Guste“ erfüllt zuverlässig ihren Dienst, es muss kaum nachgestellt werden.   

Montag, 25.8.:

Die 2. Nacht nicht so schön wie die 1., es ist dunkel, der Himmel bedeckt, die Regenschauer erreichen uns öfter. Aber der Wind bleibt stabil (4 bis 5Bft aus N). 6:30 Uhr der Einfahrtsbereich von Stavanger, nun für Hillu wieder die Aufgabe, mit Computer und Handy zu navigieren. Wir bleiben zwischen der Küste und den vorgelagerten Inseln. 7:30 Uhr werden die Segel geborgen und mit Motor geht es in den Hafenbereich von Tananger. 
9:20 Uhr sind nach 226sm die Leinen in Tananger fest. Der Motor wurde nur für die Ein- und Ausfahrten aus dem Hafen benötigt und zweimal nachts im Leerlauf zum Laden der Batterien. 37½h für diese für mich angenehmste Etappe der Überfahrten. Das LG log-Programm weist eine Durchschnittsgeschwindigkeit von 6,0kn aus.
Der heutige Tag wird zum Ausschlafen, Boot in Ordnung bringen,…genutzt. Ab und zu scheint die Sonne, es gibt auch mal einen Regenschauer. Alles in Ordnung. Wir sind wieder in für mich bekanntem Gebiet. Das große Abenteuer Atlantik ist bewältigt. Von Island (Höfn) nach Norwegen (Tananger) sind wir 128h (5,3 Tage) unterwegs gewesen für 745sm, wir konnten ohne zu kreuzen den geraden Weg fahren, da wir ausschließlich nördliche Winde hatten. 

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Dienstag, 26.8.:

Es soll zwar nicht viel Wind geben, wir wollen aber trotzdem Richtung Süden fahren. 9:15 Uhr geht’s los. Die Sonne scheint vom blauen Himmel, nur Wind fehlt. Motor und „Gustav“ sind beschäftigt und wir genießen die Sonne, gefühlt über 20°C (gemessen 14°C). Wassertemperatur 15°C – der Golfstrom lässt grüßen. Wir fahren nahe an der norwegischen Küste, das Gebiet ist Jären – meist eben flachwellig, nur wenige Meter über dem Meeresspiegel, bekannt durch seine schönen Sandstrände und Dünen. Nach 26sm kommt Wind mit 2 bis 3Bft, wir können segeln- sehr schön. Das Boot gleitet leise durchs Wasser, Wellen gibt es nicht. 15:00 Uhr erreichen wir die norwegische Schärenküste und schon bald die Einfahrt in den Egersund. Navigation hier wieder mit Seekarte, Computer und Handy. Man muss sich mehr konzentrieren, es geht natürlich auch so. Schön durch den engen Sund zu segeln, Schären rechts und links, gepflegte Häuser, wir schwärmen immer wieder von dieser Landschaft. Kurz vor der Marina nehmen wir die Segel runter und fahren die letzten Meter mit dem Motor, um anzulegen. 17:00 Uhr angelegt in Egersund, die letzten 13sm segelnd.


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Heute ist nur Einkaufen angesagt, ansonsten genießen wir die Sonne.

Mittwoch, 27.8.:

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Aus dieser Idylle fahren wir durch den Sund Richtung, tanken und sind 9:30 Uhr draußen auf dem Meer. Die Sonne scheint und eigentlich könnte ich schreiben, alles wie gestern. Wieder nur Wind mit 1Bft aus WNW, wir müssen 110° fahren, also nichts zum Segeln. Dafür schöne Schärenlandschaft an der Küste mit vielen vorgelagerten glattgeschliffenen Felsen.
Und wie gestern Punkt 14:00 Uhr kommt Wind, zuerst mit 2 bis 3Bft aus WNW. Mit achtlichem Wind laufen wir 4 bis 5kn. Nach 1h bereits 4Bft und es segelt sich wunderbar. Ursprünglich sollte heute in Lista nach 3sm Schluss sein, aber bei dem Wind – nein. In knapp 20sm die nächste Liegemöglichkeit, Lillehavn. Dort wollen wir hin. Vorbei geht es am Kap Lindesnes, dem südlichsten Festlandpunkt Norwegens. Gleich danach unser Ziel.

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Als wir auf der Ladelinie nach Lillehavn sind, bergen wir die Segel und dann geht‘s wieder mit der gleichen Navigation wie gestern durch die Untiefen und kleinen Felsen auf die Einfahrtsmole von Lillehavn zu. Nach 9h und 48sm sind die Leinen fest. Lillehavn – ein Geheimtipp. Nur ein Norweger liegt noch hier, dafür aber ein sehr sauberer, gepflegter, kleiner Ort. Strom, Wasser, Internet gibt es hier nicht, Telefon auch nur schwach. Es scheint hier vorwiegend Eigentumsferienwohnungen zu geben. Saison ist zu Ende, also wenig Menschen hier.

 
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Donnerstag, 28.8.:


Wieder Sonnenschein beim Wachwerden –Norwegen verwöhnt uns. 8:20 Uhr Leinen los und den gleichen Weg zurück. Der Wind ist über Nacht eingeschlafen, der Tag so wie gestern. 9:00 Uhr Setzen des Großsegels, es gibt aber ein Problem. Alles wieder runter. Bei einem Mastrutscher hat sich die Schraube verklemmt. Jörg passt mit dem Haftmittel Loctite alles ein, nach einer ½h Problem behoben und Groß wieder hoch. Wind ist kaum über 1Bft, Motor muss mitlaufen, um vorwärts zu kommen. 10:55 Uhr Leuchtturm Ryvingen querab, immer noch zu wenig Wind, Kurs jetzt 90°.

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13:00 Uhr kommt endlich etwas Wind, der Motor kann aus, 3,5kn Geschwindigkeit ist zwar nicht viel, aber immer noch besser als motoren. Wir fahren weiter entlang der Schären, jetzt das Leuchthaus Songvaar querab und wir können höher an den Wind. Dann die Insel Flekkerö auf der Steuerbordseite. Wir staunen, wie viele Norweger gern auf Inseln wohnen. Sie ist mit schicken Wohnhäusern bebaut, man kommt nur mit der Fähre oder mit dem eigenen Boot zum Festland. Wir nähern uns der Großstadt Kristiansand und legen 16:00 Uhr im Gästehafen an, in 7¾h  35sm zurückgelegt. Da es weiterhin warm ist, kann ich seit langer Zeit in kurzen Hosen in die Stadt gehen. Einkaufen, kleiner Stadtbummel, heute mal in der Sonne im Cafe sitzen (Internet im Hafen klappt nicht) – Norwegen verwöhnt uns.

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Abends messen wir noch 16°C Lufttemperatur.
 
Freitag, 29.8.:

Über Nacht ist es regnerisch geworden. Der Himmel ist bedeckt, die Sonne nicht mehr zu sehen. Dafür gibt es Wind. Gleich nachdem wir den Hafenbereich verlassen haben, setzen wir die Segel, Groß und Fock. Der Wind kommt aus Ost mit 4Bft. Wir machen einen längeren Schlag auf das Meer, um dann genügend Höhe für das Segeln an der Küste entlang zu haben. 13:30 Uhr verstärkt sich der Wind auf 5Bft, kommt weiter aus östlichen Richtungen, pendelt dabei zwischen OSO und ONO. Damit ist ein Kurs zwischen 50° und 35° möglich. 16:10 Uhr bergen wir die Segel, der wieder etwas komplizierte Einfahrtsbereich nach Grimstad verlangt unsere volle Aufmerksamkeit.

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Vorbei an dem schönen Leuchthaus Rivingen auf einer kleinen Felseninsel erreichen wir nach 38sm und knapp 8h den beschaulichen Ort Grimstad und machen im Gästehafen an einem Schwimmsteg fest. Kleiner Stadtrundgang, immer mal Regenschauer halten uns von weiteren Besichtigungen ab.

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Sonnabend, 30.8.:

Über Nacht hat es stark geregnet, aber früh kommt die Sonne immer mal durch die Wolken. Im Hafen ist es inzwischen nahezu windstill. So können wir jetzt die Stadt besichtigen. Grimstad wirbt damit, dass der berühmte Norweger Henrik Ibsen hier 3 Jahre lebte und sein erstes Schauspiel „Catilina“ hier geschrieben hat.

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Vom Kirchberg gibt es eine schöne Aussicht auf die Stadt und den vorgelagerten Schärengarten, durch den wir nach dem Ablegen um 9:20 Uhr eine neue Ausfahrt nehmen.

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Unser Plan heute in das 13sm entfernte Arendal zu segeln. Beide Orte sind neu für uns, und da sie sehr schön sein sollen, wollten wir sie kennenlernen. Vorbei am Leuchthaus Torungen erreichen wir immer noch segelnd bereits 12:00 Uhr die auf beiden Seiten bebaute Einfahrt zur Stadt Arendal. In meinem Buch steht „Der schönste Weg sich Arendal zu nähern, ist über Wasser“, wir glauben, dass ist nicht übertrieben. Von der Stadt selbst haben wir heute nicht viel gesehen, nach dem Mittagessen wieder Regen und das den ganzen Nachmittag und Abend. Hoffen wir, dass das Tief über Nacht durchgezogen ist und morgen besseres Wetter ist. 
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