Sonntag, 7.9.2014:
Heute haben wir nur eine kürzere Strecke geplant, Klintholm
auf Mön ist das Ziel – 23sm entfernt. Der Wind von
gestern ist eingeschlafen und auch die Sonne hat sich meist hinter den Wolken versteckt.
9sm segelnd bei Wind aus SO mit 2Bft, ansonsten hat der Motor und „Gustav“
gearbeitet. Sehr schön die Kreidefelsen von Möns Klint. Kurz vor 14:00 Uhr liegen wir im Yachthafen von Kintholm.

Morgen ist Hiddensee
in unserem Plan – die Heimat hat uns dann wieder. Abends im Hafen windstill und
angenehm warm.

Montag,
8.9.:
8:00 Uhr legen wir in Klintholm ab, nach 20min Setzen der Segel. bei Wind aus W
mit 2 bis 4Bft segeln wir raumschots ohne Umwege unseren Kurs direkt auf
Dornbusch zu. Mit einer Geschwindigkeit von 6 bis 8kn sind wir bereits 13:00
Uhr an dem Fahrrinnen-Tonnenpaar zwischen Hiddensee
und Bug. Hier bergen wir die Segel und fahren in der schmalen Fahrrinne mit dem
Motor und Handsteuerung nach Vitte. Nach 1h liegt
unser Boot im Päckchen im Fischerhafen von Vitte.
Unterwegs das Streichen der dänischen Gastflagge und das Setzen der Flaggen
aller besuchten Länder.

Gegen 17:00 Uhr kommt der Hafenmeister, unser Platz ist für ein
Fluss-Kreuzfahrtschiff reserviert und wir möchten uns nach Kloster verlegen. Er
meldet uns an, so dass wir problemlos dort an der Pier anlegen können. 40sm,
fast alles gesegelt, kommen aufs Konto.
Ja, bis hierher die Summe: insgesamt:
4139sm, gesegelt: 3031sm.
In Kloster ein schöner warmer Spätsommerabend, wir werden in Deutschland vom
Wetter verwöhnt!!!
.

Dienstag, 9.9.:
Hafentag in Kloster, wir wandern zum Dornbusch.
Auch wenn man vieles schon kennt, es ist immer wieder schön. Und mittags gibt
es im „Klausner“ das 1. gezapfte Bier seit langer Zeit. Zurück laufen wir am
Wasser entlang, bei Gegenwind mit 5 bis 6Bft etwas anstrengend. Auch heute das
Wetter schön, die Sonne scheint und wir sind glücklich und zufrieden. Die
Heimat hat uns wieder.

Mittwoch,
10.9.:
Viel gibt es nicht zu berichten, in 3h
von Kloster nach Stralsund gesegelt (17sm). Wir hatten Wind aus West mit 4Bft
und sind mit 7 bis 8kn Speed die Fahrrinne zwischen Hiddensee
und Rügen entlang gefahren. Zum Mittagessen sind wir bereits in der City-Marina
Stralsund am Steg längs festgemacht. Dann ein kleiner Stadtrundgang und
einkaufen, 18:00 Uhr ein Orgelkonzert in St. Nikolai, der Marktplatz und das
Rathaus immer wieder schön.


Regenschauer und Sonne wechseln sich nachmittags ab, beim Segeln am
Vormittag hatten wir Sonnenschein.
Donnerstag, 11.9.:
8:20 Uhr gehen wir durch die
Ziegelgrabenbrücke Stralsund, bald danach Setzen der Segel. Bei Wind aus NO mit
4Bft kreuzen wir den Strelasund auf. Und da durch die
Brücke zur gleichen Zeit einige Yachten gehen, hat Jörg gleich Regattagegner –
macht gleich mehr Spaß, vor allem wenn man als Sieger das Rennen beendet. Gegen
11:00Uhr sind wir auf dem Greifswalder Bodden, hoch am Wind geht’s Richtung
Seedorf. Einige kurze Holeschläge sind erforderlich, bevor wir 13:00Uhr die Having erreichen. Da es dort relativ flach ist, bergen wir
die Segel und fahren das letzte Stück mit dem Motor. Nach 28sm in 5 ½ h ist das
Boot in Seedorf (Rügen) fest und wir können in der Sonne den schönen Tag weiter
genießen. Abends noch ein Spaziergang entlang der Having,
Seedorf hat sich sehr zu einem schönen Dorf entwickelt.


Freitag,
12.9.:
Hafentag in Seedorf: Die Batterien werden nicht
ordentlich geladen, Jörg baut an der Elektrik. Nach dem Mittagessen Wanderung
nach
1) Moritzdorf (dort gibt es eine in Juni fertiggestellte Hafenanlage) und
Übersetzen mit dem Fährboot
2) mit einem Ausflugszug nach und durch Baabe
3) zurück nach Moritzdorf und von dort zur Gaststätte Moritzburg mit schönem
Ausblick über den Ort und die Having
4) und zurück nach Seedorf
abends Blick ins Internet betreffs der Wetterdaten. Morgen kommt der Wind mit
bis 16kn aus NO, die nächsten Tage ähnliche Windstärken, aber weiter aus Ost
drehend, wir fahren morgen nach Swinemünde

Sonnabend, 13.9.:
Gegen 10:00 Uhr legen wir ab, wir
genießen die beschauliche Landschaft von Seedorf. Nach 20min Setzen des
Großsegels, mit achterlichem Wind segeln wir aus der Having entlang des Tonnenstriches.

Nach einer ½h sind wir auf den Greiswalder Bodden.
Mit einem Kurs von 140° geht’s bei Wind aus ONO mit 4 bis 5Bft zum
Landtieftonnenpaar und von dort heißt es in der Landtief-Rinne
kreuzen. Segel: 1x gerefftes Groß und 2x gereffte Fock (als Selbstwendefock
gefahren).
Dann weiter raumschots nördlich der Greifswalder Oie
Richtung Swinemünde. Da sich der Wind verstärkt,
12:10Uhr 2.Reff in das Groß und 14:00 Uhr das 3.Reff. So segelt es sich bei
dieser Windstärke (bis 6Bft) gut entlang der Usedomer
Küste, Wellenhöhe 1,5m, „Guste“ steuert, für Hillu
ist alles schön. 16:16 Uhr plötzlich Probleme mit dem Steuern des Bootes, Motor
an und Segel runter und überprüfen, was los ist. Alles was oberhalb des Wassers
ist, ist in Ordnung. Einsatz der Notpinne – auch die
funktioniert nicht. Es bleibt nur der Notruf PAN PAN
über Kanal 16. Die polnische Seefunkstelle meldet sich und schaltet Bremen Rescue ein. Da wir 4sm vom Land entfernt sind, besteht zwar
noch keine unmittelbare Gefahr, aber durch die Windrichtung bedingt treiben wir
in Richtung Land. Es besteht also Legerwallsituation
und somit wird der polnische SAR-Kreuzer beauftragt, uns in den Hafen von Swinemünde zu schleppen. 17:40 Uhr ist der Kreuzer in
unserer Nähe, es ist schwierig eine Leine zu übergeben. Beim 4. Versuch klappt
es und wir können eine Verbindung herstellen. Auch der Seeenotkreuzer
arbeitet schwer in der See.

Ab 18:16 Uhr werden wir geschleppt. Abschleppseil um den Mast, mit einer Brooke
über beide Belegklampen. Gegen 20:00 Uhr bricht die Steuerbordbrooke, da das
steuerlose Boot in den Wellen (1,5 bis 2m hoch) um 45° um den geraden Weg
schlingert. Dabei werden Anker, Ankerhalterung, Bugkorb,
Relingsstützen, ... beschädigt. Der Schleppvorgang
muss unterbrochen werden, bis Jörg eine neue Brooke geschoren hat, die dann bis
Swinemünde gehalten hat. Schwerstarbeit auf dem
Vorschiff bei diesen Bedingungen. 22:23 Uhr legt der Seenotkreuzer in Swinemünde an (4h für 8,8sm). Wir werden mit einem Beiboot
in die Marina geschleppt, 23:00 Uhr haben wir unsere Leinen im Hafen fest. Uns
ist nichts passiert, erhöhtes Adrenalin natürlich und durch das Schlingern die
üblichen Probleme für Hillu.

Von Seedorf nach Swinemünde hat das LD-Log 43sm
gemessen, 34sm segelnd werden ins Bordbuch eingetragen. Und damit sind es in
der Summe 4225sm, davon 3106sm gesegelt.