13.6.
(Sonnabend):
7:10 Uhr
legen wir ab, jetzt zwar bei bewölktem Himmel, aber ohne Regen. Wenigstens
können wir bei der Ausfahrt aus dem Dart dieses
schöne Städtchen genießen. Vorbei am Royal Yacht Club und am Dartmouth Castle geht es Richtung Meer.

Mit 2xgerefftem Groß und 1xgereffter Fock segelt es sich sehr schön bei Wind
aus SW mit 18kn. Meist geht es hoch am Wind entlang der englischen Südküste.
Dabei erreichen wir 6,4kn Durchschnittsgeschwindigkeit. Bald scheint auch die
Sonne. Nach 6h und 38sm liegen wir in der Mayflower
Marina in Plymouth an einem Schwimmsteg. Liegegebühr hier 35,60£.

Annette und Detlef besichtigen die Stadt, vom Leuchtturm haben sie einen
schönen Blick auf Stadt und Meer. Und hier, mitten in der Stadt, die „alten
Herren“ beim Bowls.
14.6. (Sonntag):
Früh ist kein Wind, der soll laut Wettervorhersage erst ab Mittag einsetzen.
10:30 Uhr legen wir ab und fahren eine ¾h, bevor wir die Segel setzen – beides
voll. Der Himmel ist bedeckt, Wind kommt aus West mit 6kn. Hoch am Wind kommen
wir mit 4 bis 5kn vorwärts. Dann wird es immer weniger, so dass wir den Motor
zur Unterstützung dazu nehmen. Gegen Mittag bleibt nur noch, die Fock
einzurollen. Der versprochene Wind kommt erst 15:00 Uhr. Also Groß wieder hoch
und Fock ausgerollt. Und da der Wind aus Nord mit 10kn kommt, lässt es sich
wunderbar segeln. Die Sonne scheint und bald haben wir die Küste von Cornwall
gut im Blick. Vor Falmouth noch ein paar
Kreuzschläge, dann 17:10Uhr Segel bergen. In Falmouth
tanken und freien Platz suchen. Da hier ein Traditionssegler-Treffen ist, ist
der Hafen übervoll. Vom Hafenmeister bekommen wir eine Mooring-Tonne zu
gewiesen, an der wir über Nacht liegen können. 18:10 Uhr haben wir sie
eingefangen. Nun muss zum 1. Mal auf diesem Törn das Schlauchboot aufgeblasen
werden und der Außenborder dran. Annette und Detlef nutzen es, um an die Pier
zu fahren und einen Hafenrundgang zu machen.
Von Plymouth nach Falmouth waren es 39sm, die wir in
7h zurückgelegt haben, segelnd 20sm.

15.6. (Montag):
…

6:30Uhr tanken wir zuerst Wasser, dann geht es bei 14°C und bedecktem Himmel
gen SO. Nach 30min können wir die Segel setzen, mit Wind aus O mit 10kn geht es
mit 6kn Richtung Süden, dann nach SW. 9:30 Uhr haben wir Lizzard
Point querab. 16sm von den 61sm sind gesegelt. Nun nach Westen mit achterlichem Wind, nicht so schön zum Segeln bei nur noch
6kn Wind. Nach weiteren 18sm haben wir Land’s End
erreicht und damit den Atlantischen Ozean. Der Motor mit 1600 Umdrehungen muss
unterstützen. Trotzdem knallt das Groß - auch mit Bullenstander
- durch das Schaukeln in der Dünung. Die Sonne scheint inzwischen vom blauen
Himmel. Der Atlantik zeigt sich von seiner besonders ruhigen Seite. Nach 9½h
sind die Scilly’s erreicht, schön das Leuchtfeuer
Round I. Die Scilly-Inseln bestehen aus mehr als 150
Inseln, davon sind 6 bewohnt. Sie gehören zu Cornwall.
Nun noch 1h und wir haben eine Mooring-Tonne zwischen Tresco
und Bryher eingefangen. Sie liegt auf
hellschimmernden, sandigen Meeresboden. Schön dort den ruhigen Abend zu
erleben, die Yachten schwojen um ihre Bojen. Manchmal drehen sie sich auch
gegeneinander. Das liegt an der Strömung bedingt durch die Tide und der
unterschiedlichen Windeinstrahlung. Toll ist heute Abend auch der Sonnenuntergang
- ein herrlicher Abend.

Liegegebühr für die Boje 20£.
16.6. (Dienstag):
Heute ist
Besichtigungs- bzw. Wandertime. Mit dem Schlauchboot geht es zur Insel Tresco. Annette und Detlef besuchen Abbey’s
Garden und erwandern die Insel. Hillu und Jörg wandern ebenfalls auf der Insel.
Hier grünt und blüht es überall in kräftigen, aber auch zarten Farben. Die
Inselbewohner legen viel Wert auf die Gestaltung ihrer Vorgärten. Bedingt durch
den Golfstrom ist hier ein sehr mildes und konstantes Klima mit vielen
Sonnentagen. Auf den Inseln wachsen viele subtropische Pflanzen, Abbey’s Garden soll zu den schönsten Gärten Europas zählen
– ein irdisches Paradies, wie die Reklame verspricht. Schön auch die langen
weißen Strände, die mit dem Türkis und Blau des Wassers um die Wette leuchten.
Heute nehmen wir uns Zeit für die Kirche mit ihren alten Grabsteinen. Alles
strahlt eine Ruhe aus – wunderbar.

Nachmittags legen wir ab und fahren in 1½h zur Hauptinsel Saint Mary’s. Da der Wind nur mit 4kn bläst, wird es eine
Motorbootfahrt. In der Bucht vor Hugh Town liegen Mooring-Tonnen zum Festbinden
– für 2 Nächte bezahlen wir 49£. Bei 21°C lässt sich der Abend im Windschatten
mit einigen Gläschen Rotwein genießen.

17.6. (Mittwoch):
Früh
Wasser- und Dieseltanken – es soll alles voll sein für die Überfahrt zu den
Azoren. Etwa 1100sm sind zu überwinden. Die Crew wird etwas kleiner. Hillu
fliegt Donnerstag früh von hier über Newquay und
London nach Berlin.
Nach Auswertung der Seemeilen im Bordbuch haben wir von Berlin bis hierher 1249sm
in 27 Tagen zurückgelegt, davon 1 Nacht durchgesegelt. Meist hatten wir
genügend Zeit, um die Städte und Dörfer bzw. die Landschaft um die Häfen zu
besuchen. Nur 1 Sturm-Tag auf Norderney hat uns länger als geplant an einem Ort
aufgehalten.
Heute werden wir die Insel Saint Mary’s erkunden. Im
Hafenbereich gibt es kein Internet, wir müssen den Laptop mit dem Rucksack und
Schlauchboot mit an Land nehmen. Wir werden versuchen, in einem Restaurant Wifi free zu bekommen. Z. Z ist
es sehr diesig und es Weht ein kalter Wind, hoffentlich klart es ab Mittag auf,
wie in der Wettervorhersage angegeben.
18.6. (Donnerstag):
Bringe Hillu mit dem Tender zur Pier,
ein letztes Küsschen und weg ist Hillu. Detlef und Annette fahren zur Pier
waschen und einkaufen. Ich prüfe Ölstand, ½ l nachgefüllt. Getriebeöl ok.
Dieselfilter Schmutz abgelassen, Ankermaschine geprüft, ok. Um 11.00 Uhr wieder
zur Pier um Wäsche abzuholen. Ich bleibe an Bord. Neben mir legt Segelkutter (Gaffel)
einhand ganz gelassen und souverän ab. Einfach
Klasse. 13.30 Uhr legen auf den Scillys ab.
Herrliches Wetter. Von Hillu SMS: bin im Flugzeug nach London.
Wind aus N mit 13 kn. Segeln vor dem Wind mit SÜG 5,1 kn, KÜG 140°.
Ein Mümmelmann zum Ablegen! 1100sm liegen im Stück
vor uns. In 10 Tagen wäre es schön, 12 Tage weniger. 16.00 Uhr: laufen unter Vollzeug 6-7 kn. Stimmung gut. Gegen Nacht nimmt der Wind
zu, legen Großreff ein. Wind
bis 14 kn aus NW
19.6. (Freitag):
03:00. UTC. 15 kn aus NW. Die Zille läuft
7-8,5 kn. Wind, Welle und Speed wechseln ständig. Der Wind lässt ständig nach.
Haben ein Etmal seit der Abfahrt um 13.30 von 156sm erreicht. Das ist super!!!
17:40, Wind NW 10kn, Speed 5,5kn
ÜGD, Sonne, teilweise bedeckt, keine Schwerwetterlage zu erwarten. 20:14 Uhr,
eine Gruppe Delphine begleitet uns. Der Wind dreht auf WNW, können mit leichtem
Schrick Generalkurs anliegen.