29.8.
(Sonnabend):
Heute heißt es wieder zeitig aufstehen, wir haben mindestens 70sm vor uns,
6:15Uhr wird nach dem Frühstück abgelegt. So können wir heute den Sonnenaufgang
unterwegs erleben. Schön ist es, die Boote einer Regatta vor der aufgehenden
Sonne zu sehen. Sie können segeln, wir müssen die ersten 4sm den Motor
benutzen. Erst 1¼h nach dem Auslaufen können wir das Rückwärtsfahren beenden
und auf Kurs gehen. Wir haben Wind aus Süd mit 15 bis 18kn, können also
raumschots mit 7,5kn über Grund an den Nordseiten der Inseln Terschelling und Amelang entlang
segeln. Zusätzlich zum guten Wind werden wir mit bis zu 2kn Strom geschoben.
Wellen können sich, da ablandiger Wind, nur wenig entwickeln. Bei 20°C also ein
Supersegeln. 13:00 Uhr haben wir bereits 40sm zurückgelegt. Wenn es so
weitergeht, könnten wir im Hellen Nordaney erreichen,
aber es sollte nicht sein. Nach 14:00 Uhr nimmt der Wind ab und der Gegenstrom
zu – nur noch unter 5kn Speed. Das reicht für Nordaney
nicht, also geht es doch wie ursprünglich vorgesehen nach Borkum. Auch wenn wir
wissen dass die Einfahrt auch hier sehr weit ist und man vor allem am nächsten
Tag weit zurückfahren muss, um aus den Flach‘s
herauszukommen. Ab 16:00 Uhr geht mit Segeln nichts mehr, wir schaffen nur noch
maximal 3kn. Da noch mindestens 14sm zurückzulegen sind, ist das einfach zu
langsam, also Motor an.

Gegen 18:00
Uhr sind wir an der Grenze Holland/Deutschland, Borkum schon lange im Blick.
Die Fischerbalje haben wir auch schon lange vor uns, sie gibt uns den Weg in
die Einfahrtsrinne zum Hafen an. 19:15 Uhr sind wir im Burkana
Hafen, in den Yachthafen kommen wir nicht hinein, die Einfahrt hat nur 1m
Tiefe.
72sm sind es insgesamt geworden, 13h waren wir unterwegs. Das Positive – wir
hatten keinen Regen und den größten Teil des Weges konnten wir sehr schön bei
angenehmen Temperaturen segeln.

Abends ist
der Wind ganz weg und mit 20°C lässt es sich wunderbar in der Plicht sitzen.
30.8. (Sonntag):
Hafentag auf Borkum: Ausschlafen, ganz in Ruhe
frühstücken, Boot in Ordnung bringen, Einkaufen – unsere Tätigkeiten am
Vormittag. Mittagessen an Bord und dann mit dem Bus zur Stadt Borkum. Dort
14:00Uhr zu einer Bus-Inselrundfahrt mit Informationen über die Insel.
Interessante 1½h, es ist nicht nur eine Badeinsel, man kann sicher besonders
schöne Radtouren unternehmen oder auch wandern. Egon hat zusätzlich eine
Wattwanderung gemacht und ist ganz begeistert davon. Größere Teile der Insel
sind Naturschutzgebiet, die man nicht betreten darf. In der Nähe unseres Hafens
ist der Fährhafen, und von dort fährt ein Schmalspur-Zug bis zum Zentrum der
Stadt. Jedes Mal beladen mit unzähligen Urlaubern und ihren Koffern. Eine
Dampflok wird dabei auch noch vorgespannt.

Die Stadt selbst ist auch voller Urlauber, in der Fußgängerstraße ein
Restaurant neben dem anderen und viele kleine Geschäfte, u.a. auch zum Kaufen
von Bernstein. Die Strandpromenade ist ganz hübsch und der Strand sieht ebenfalls
einladend aus. Einfach schön ist dort im
Cafe zu sitzen und dem Treiben zuzuschauen.

Abendbrot an Bord und dann die Planung für den nächsten Tag. NNO ist
vorausgesagt, also gegen an. Wir werden sicher erst unterwegs endgültig
entscheiden, ob Norderney oder Helgoland unser Ziel
ist. Sehr Zeitig früh müssen wir auf jeden Fall los. 06.00 ist Ablegen
angesagt, also 0500 aufstehen. Um sowohl nicht zu weit rückwärts zu müssen und
möglichst viel Strömung mit uns zu haben sind diese Zeiten erforderlich. Mal
sehen wie das wird? Gewitter sind ebenfalls angesagt, dies könnte unsere
Planung insgesamt in Schwierigkeiten bringen.
31.8. (Montag):
Der Wecker
klingelt 5:00 Uhr, da es aber wie aus Kannen schüttet und außerdem in den
Wanten pfeift, entscheiden wir weiterzuschlafen. 7:00 Uhr nochmal schauen, wie
das Wetter ist. Jetzt scheint es zu gehen, wir frühstücken und legen ab. Es ist
leichter Regen, sehr diesig, d.h. die Sicht ist schlecht, maximal ½sm. Da wir später losgefahren sind, müssen
wir mit Gegenstrom leben. Nach 7sm (2½h) können wir den Kurs auf Nord ändern,
wir sind endlich um das Borkum-Riff herum. 12:00 Uhr können wir die Segel
setzen, wir haben Wind aus SO mit 8kn – sind nördlich des Juister
Riffs. Mit dem Regnen hat es aufgehört, die Sicht ist besser, wir können die Westbake von Juist sehen. Nach 1h müssen wir den Motor
wieder anschalten, wir kommen nur mit einer Geschwindigkeit <3,5kn voran.
Nudeln mit Tomatensoße gibt es Mittag, der Wind wird immer weniger und damit
das Wasser glatter, der Regen hört auf und die Sonne kommt zum Vorschein. Nach
32sm erreichen wir die Einfahrtsrinne nach Norderney,
inzwischen ist der Himmel wieder bedeckt, von den angekündigten 5 bis 6Bft
weiterhin nichts zu spüren. Je näher wir unserem Ziel kommen, desto stärker
wird der Gegenstrom, d.h. der Motor muss voll aufgedreht werden. Nach 8 h haben
wir den Kahn in Norderney fest am Steg, die meiste
Zeit heute nicht mit Segel.
Egon geht in die Stadt und kommt begeistert zurück, Norderney
hat ihm wesentlich besser gefallen als Borkum. Uns übrigens auch. Das Wetter
ist sehr wechselhaft, gegen 19:00 Uhr schüttet es wieder. Im Salon kann man ja
auch gut sitzen und sich die Regentropfen anhören. Außerdem können die Männer
gut spielen – mit Fliegenjagd mit Fliegenklatsche.
Morgen soll es nach Helgoland gehen, laut Wettervorhersage ohne Regen und mit
für uns gutem Wind aus West.

1.9. (Dienstag):
Wir frühstücken
in Ruhe, sogar eine Waschmaschine ist noch möglich. Wir warten auf mehr Wasser
im Hafen und am Dovetief.
9:45 Uhr wird der Motor zum Ablegen gestartet. Zuerst wieder genau die
Fahrrinne einhalten, zuerst muss der Motor voll aufgedreht werden, um bei
Gegenstrom vorwärts zu kommen. Nach einer ¾h kann die Fock(1x gerefft) gesetzt
werden, zuerst muss der Motor noch etwas mitlaufen, nach einer ½ h ist das
nicht mehr nötig. Das Groß kommt 3x gerefft dazu. Bei
Wind aus SW mit 20kn kommen wir mit achterlichem Wind
7 bis 9kn vorwärts. Es ist viel Schiffsverkehr, wir mussten mehrmals
ausweichen. Nach dem Verkehrstrennungsgebiet und Winddrehung auf West mit 23kn
konnte mit leichtem Schrick in den Schoten auch bei hoch am Wind die
Geschwindigkeit beibehalten werden. Welle inzwischen 3m, Hillu hat es aber
ausgehalten. 15:00 Uhr heißt es Motor an und Segel bergen. Nach 20min liegen
wir im Wassersportclub Helgoland an einem Fingersteg. Viel ist nicht mehr frei,
aber im Päckchen liegen, ist hier ja auch üblich. 6½ h für insgesamt 41sm – ein
guter Schnitt. Gebühren hier 20€ (ohne Strom).

Zum Abendessen laufen wir in die Unterstadt von Helgoland. Knieper-Essen
ist angesagt. Das Restaurant, das wir gefunden haben, ist schön seemännisch und
das Essen schmeckt auch gut. 21.00 Uhr ist die Mannschaft an Bord. Inzwischen
sind die Stege leer, die Tagesgäste sind weg.
Jörg berechnet die günstigste Ablegezeit für morgen,
10:00 Uhr ist es.

2.9. (Mittwoch):
Frühstücken,
alles verstauen und warten; 10:00 Uhr geht es los. Es pfeift schon im Hafen
ganz schön, d.h. wir lassen das 3. Reff im Groß und setzen es im Hafenbereich.
Mit dem Motor dazu aus dem Hafenbereich und um die ersten Tonnen. Die Fock (1x
gerefft) kommt nach einer ½h dazu und ab geht es bei Wind aus W mit 20kn. Achterlicher Wind bringt uns 7 bis 8kn über Grund voran.
Wellenhöhe 3m. Der Wind nimmt auf bis 30kn zu, also noch 1 weiteres Reff in die
Fock. Auch mit der kleinen Beseglung segelt es sich gut, das Boot liegt gut im
Wasser. 13:15 Uhr erreichen wir die Außen-Elbe, die Wellen werden kleiner,
einströmend bringt uns der Strom mit zusätzlich bis zu 3kn voran. So sind wir
hier mit 8 bis 10kn unterwegs. Nach 4¼h ist die Marina Cuxhaven in Sicht, Motor
an, Segel bergen und erst mal an die Tankstelle. 55 l werden getankt und ab
geht’s in den Stand. 35sm waren es insgesamt. Beim Segeln hatten wir eine
Durchschnittsgeschwindigkeit von 8kn. Regenschauer wechseln sich mit
Sonnenscheinphasen ab. Mittagessen (Eintopf) an Bord. Egon und Manne kümmern sich um Bus- und Zugverbindungen nach Berlin. Sie
wollen uns morgen verlassen, dafür erwarten wir Ines in Cuxhaven.
Abendbrot an Bord, danach in die „Kleine Kneipe“ – Nostalgie. Jörg und Egon
waren nach ihrer Rückfahrt von Grönland dort. Nun, einigermaßen gemütlich ist
es schon. Ein paar Bier und Aquavit passten für einen netten Abend.

3.9. (Donnerstag):
Frühstücken,
2x Waschmaschine und Trockner, Manne und Egon verabschieden, Boot säubern,
Kleinigkeiten reparieren bzw. überprüfen, Mittagessen an Bord und immer mal
zwischendurch ausruhen, das ist unser Hafentag in
Cuxhaven. Das Wetter ist reichlich wechselhaft; mal scheint die Sonne, dann
sind die Temperaturen angenehm. Ist die Sonne weg, heißt es gleich warm
anziehen. 18:30 Uhr trifft Ines ein – die neue Mannschaft ist komplett. Abends
bleiben wir an Bord, es gibt auch mal wieder Regenschauer.

4.9. (Freitag):
Ines und Hillu bummeln in der Stadt, kaufen noch einiges ein. Es ist ziemlich
unfreundliches Wetter, Himmel bedeckt und kalt (15°C), ja der Herbst zieht wohl
langsam ein. Mittag an Bord, Ines bereitet Labskaus zu. Ablegen wollen wir
14:30 Uhr, da beginnt der Strom elbeinwärts zu
fließen. Nach Brunsbüttel, unserem heutigen Ziel, ist es nicht weit (17sm), da
können wir nachmittags los, um abends im Hafen Brunsbüttel zu sein. Weiter zu
fahren lohnt nicht, da der Nord-Ostsee-Kanal 100 km lang ist, da braucht man
einen ganzen Tag.
Wie geplant legen wir nachmittags ab, klaren im Hafenbereich alles auf und
setzen außerhalb die einmal gereffte Fock. Zuerst geht es hoch am Wind mit ~6kn
durchs Wasser und wegen des Stroms mit über 9kn über Grund. Der Wind kommt aus
Süd mit 20kn, Himmel ist bewölkt, die Sonne lässt sich ab und zu sehen. Nach
40min haben wir 6sm zurückgelegt. Nach 2½h sind wir vor der Schleuse zum
Nord-Ostsee-Kanal in Brunsbüttel und können gleich einfahren. In der Schleuse
der 1. Regenschauer, weitere „erfreuen“ uns den ganzen Abend. Wir bleiben also
an Bord im Hafen von Brunsbüttel und beobachten von dort die vorbeifahrenden
Schiffe und das Gewusel vor der Schleuse. Schon beeindruckend diese
Riesenschiffe. Das geht die ganze Nacht durch mit dem entsprechenden Lärm.
Schwell ist indes kaum zu spüren.
