Montag (12.8.2013):

Wir legen 8:00 Uhr ab und fahren unter Motor aus dem Fluss Fal. Vorbei geht es wieder an dem blendend weißen St. Anthony’s Lighthouse. Der Himmel ist bedeckt, der Wind noch schwach. Nach einer halben Stunde setzen wir zuerst das Groß und dann ziehen wir den Gennaker hoch. Mit 7 bis 9 kn können wir 1h mit Rauschefahrt segeln. Dann werden die Böen zu stark, deshalb Gennaker runter und Fock gesetzt. Der Wind bleibt weiter stabil, wir können bis zur Hafeneinfahrt von Plymouth segeln. Kurz vor 15:00 Uhr legen wir in der Mayflower- Marina von Plymouth nach gesegelten 36sm an. Gleich gegenüber der Marina kann man sehen, dass die Stadt einen der  größten Marine-Stützpunkte hat.

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Wir haben die Grafschaft Devon erreicht. Plymouth ist die größte Stadt am englischen Ärmelkanalufer.
Von hier brachen die Pilgerväter 1620 mit der Mayflower segelnd nach Amerika auf und 1768 Thomas Cook zur Ostküste Australiens.
The Hoe, ein hochgelegenes Kalksteinplateau am Ende des Plymouth Sound, ist seit 1817 ein öffentlicher Park mit dem rot-weiß gestreiften Smeatons Tower, der Sir Francis Drake-Statue (einer über 3 m hohen Bronzestatue, die 1884 aufgestellt wurde) und dem Ehrenmal der Marine. Seefahrtshistorie spiegelt die Altstadt Barbican wieder: Hier befinden sich ansprechende Kneipen und Szeneclubs. Die in einem ehemaligen Dominikanerkloster gelegene Black Friars Distillery wurde 1793 gegründet und ist die älteste noch bestehende Ginbrennerei in England.
Die älteste Kirche der Stadt ist die St Andrew Church. Die Kirche wurde vermutlich um 1100 gegründet. Der jetzige Bau wurde im 15. Jahrhundert errichtet und gilt mit 56 m Länge und bis zu 29 m Breite als größte Pfarrkirche des Devons.

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Abends an Bord bereitet Ines mit Jockel‘s Hilfe ein tolles Essen zu, lange bleiben wir nach dem anstrengenden, aber auch sehr schönen Tag nicht mehr wach.

13.8.2013 (Dienstag):

8:00 Uhr ablegen, heute ist ein reiner Motorboottag (34sm). Das Wasser ist spiegelglatt, Himmel bedeckt, mit bis zu 2kn werden wir geschoben. 11:55Uhr haben wir den Leuchtturm Start Point querab. Zum Mittagessen lassen wir uns treiben, 13:15 Uhr geht es weiter Richtung Hafeneinfahrt, vorbei am Dartmouth Castle und der historischen St. Petrox Kirche. Der Blick in Richtung Kleinstadt – ein idyllisches Bild.
14:00 Uhr haben wir direkt im Zentrum von Dartmouth an der Hafenmole noch ein freies Plätzchen an einem Schwimmsteg gefunden.

 
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Nachmittags die Stadtbesichtigung: Das eigentliche Zentrum mit schönen Fachwerkhäusern, die reich verzierten Obergeschosse ruhen auf Granitsäulen. Im Royal Castle Hotel gehörten schon Francis Drake und Queen Victoria zu den Gästen. Oberhalb der Stadt thront das Royal Naval College, in dem die männlichen Mitglieder der Royal Family traditionell ihren Dienst in der Kriegsmarine absolvieren. Richard Löwenherz ging hier an Bord seines Schiffes, um zum 3. Kreuzzug ins Heilige Land aufzubrechen.

 
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Wir gehen bis zum Dartmouth Castle, das wir schon bei der Einfahrt gesehen haben, besichtigen die im normannischen Stil errichtete Kirche von innen und laufen auch am alten Friedhof vorbei. Abendbrot ist heute wieder an Bord. Danach in einen typischen englischen Pub (Cherub Inn – bereits 1380 urkundlich erwähnt). Vorher werfen wir noch einen Blick in die St. Saviour’s Church. Bemerkenswert dort die reich verzierte Kanzel, ein Chorgitter mit filigranen Schnitzereien und die Decke in Form eines Bootes.

 
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14.8.2013 (Mittwoch):

8:20 Uhr ablegen, unter Motor aus dem Fluss Dart fahren, Groß und Fock setzen und mit 7kn Wind aus S in Richtung Portland laufen (80°). Der Himmel ist bedeckt, es regnet, wolkenverhangene Berge. Der Wind nimmt auf 16 bis 18kn zu, Speed meistens 8kn. Bereits 14:40 Uhr haben wir Bill of Portland querab und 16:10 Uhr legen wir in Portland Haven nach 54sm an. Gesegelt sind wir 49sm in 7h, Liegegebühr hier 35,40£. In der Stadt gibt es nicht viel zu sehen, interessant sind der 30sm lange angelegte Kieswall und die Tatsache, dass hier vor einem Jahr die olympischen Segelwettkämpfe stattgefunden haben. Der durch die Außenmole begrenzte Teil beträgt 3sm x3,5sm, einige Finals im Matsch-Race
haben hier stattgefunden.
 
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15.8.2013 (Donnerstag):

8:00Uhr verlassen wir die Marina und fahren durch das Hafenbecker Richtung mittlerer Ausfahrt. Da der Wind mit 15kn aus S kommt, können wir schon bald die Segel setzen und laufen raumschoots mit 7kn. 10:40 Uhr haben wir den Leuchtturm Abans Head querab, der Wind ist stabil – mit über 7kn sind wir unterwegs. 13:05 sind die Needles von Isle of Weight querab, wir sind im Needles Channel. Die Kalkklippen an der Westspitze der Insel sind ein beliebtes Fotomotiv. Die Tide ist mit 3kn mit uns, mit über 9kn rauschen wir in den Solvent. Bereits 15:10 Uhr haben wir unser Ziel, Cowes, erreicht. Da hier die Cowes Week mit dem Fastnet-Race gerade vorbei ist und das Gaffel-Boot-Festival gerade beginnt, ist es überall voll und etwas stressig, einen Platz zu bekommen. Es klappt dann in der Cowes-Shepards Marina. (Liegegebühr 32,25£).

 
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Nach dem Anlegen Stadtbummel: Zuerst schauen wir uns bei Beken um, dem Fotograf, der in der schwarz-weiß Yachtfotografie Weltruhm erreicht hat. Die Fußgängerzone von Cowes lädt zum Bummeln, Schauen und Einkaufen ein.

 
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Im Cowes Castle, einer zum Clubhaus umgebauten Küstenfestung, ist die 1812 gegründete Royal Yacht Squadron, Veranstalterin der Regatten, standesgemäß untergebracht.

 
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Abends sind wir im Pub „The Anchor“, einem typisch englischen Restaurant.

16.8.2013 (Freitag):

Ruhetag in Cowes, es regnet. Wir warten, da wir gegen 10:00 Uhr das Päckchen mitauflösen müssen. Heute wollen wir mit dem Bus einen Teil der Insel kennenlernen. Wir fahren nach Newport, den Hauptort der Insel, und dann weiter über Yarmouth zur FreshwaterBay. Von dort zu Fuß – heute leider bei sehr diesiger Sicht - auf einem schönen Weg zur Westspitze, um nochmals einen Blick auf die in 22 Farben leuchtenden Sandklippen der Alum Bay und auf die Kalkklippen The Needles zu werfen. Dort ist in einer Bunkeranlage eine Ausstellung zu einem nur von Großbritannien gebauten Satelliten (1971) zu sehen.

 
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Auf dem Rückweg ein kurzer Abstecher zum Osbourne House, das an eine neapolitanische Villa erinnert. Hier residierten privat Queen Victoria und ihr Prinzgemahl Albert. Das Schloss ist umgeben von Terrassengärten und einem großen Park. Man könnte dort sicher einen ganzen Tag verweilen – wir hatten nur knapp 1h Zeit. Das Innere des Schlosses haben wir nicht angeschaut.

 
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17.8.2013 (Sonnabend):

Wir haben heute Ines und Olaf verabschiedet. Sie waren mit uns 658sm, davon 479sm segelnd unterwegs. Bei der Ausfahrt aus dem Hafen haben wir nochmals einen schönen Blick auf die über die Toppen geflaggten Schiffe und den Royalclub. Nach einer Stunde können wir segeln, der Wind kommt aus SW, anfangs mit 10 bis 12kn. Im Solent ist der Strom mit 1 bis 2kn gegen uns, aber die Fahrt zwischen der englischen Südküste und Isle of Wight hat immer wieder schöne Anblicke parat (z. B. das Osbourne House und die Stadt Portsmouth). Nachdem wir den Ärmelkanal wieder erreichen, verstärkt sich der Wind auf bis 20kn, mit dem 1. Reff im Groß erreichen wir 7 bis 9kn Geschwindigkeit. Der Autopilot schafft das Steuern nicht mehr, dafür sind die Wellen von hinten zu hoch. Also mussten alle abwechselnd mal ans Steuerrad. 15:50 Uhr ist der Null-Meridian erreicht, nun wird wieder der Längengrad in O angegeben.

 
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Wir sind nach 57sm in Newhaven angekommen, 51sm (in 7½h) segelnd. Wir haben uns für diesen Hafen entschieden, weil die Wind- und Tidenverhältnisse hier günstiger sind als in den westlich bzw. östlich gelegenen Häfen (Brighton, Eastbourne). Ansonsten ist die Stadt relativ tot, der Stadtrundgang fällt dementsprechend nur kurz aus.

18.8.2013 (Sonntag):

Heute wird schon 7:00 Uhr abgelegt, wir wollen eventuell in Dover noch zur Festung.
Schon im Hafen setzen wir das Groß (1xgerefft) und gleich hinter der Hafenausfahrt die Fock. Mit Wind aus SW geht es raumschots mit mindestens 6kn gen Osten, zuerst mit 121°. Die Sonne scheint, Wellenhöhe 1,5m, Sicht etwas diesig. 8:20 Uhr haben wir unseren für heute südlichsten Punkt, Beachy Head, erreicht. Nun geht es nur noch nordwärts. Mit einer Höhe bis zu170m zieht sich die Kalkklippenkette 10km hin. Mittags erreichen wir Kap Dungeness, der Wind wird etwas stärker und unsere Geschwindigkeit dementsprechend auch größer. Der Kurs wird auf 70°, dann auf 45° geändert. 15:50 Uhr ist die Hafeneinfahrt von Dover in Sicht, wir bergen die Segel. Müssen aber bei Kreuzsee noch etwas hin und her fahren, bis die Einfahrt grün geschaltet wird. Wir melden uns im Marina Office an, bezahlen 27,60£ Liegegebühr, müssen aber wegen des Niedrigwassers noch bis 18:20 Uhr warten. Erst dann werden die Tore zur Granville Dock Marina geöffnet. Inzwischen kommt Reinhard Pape an, der bis Kiel mit uns unterwegs sein will.
Von den insgesamt 57sm konnten wir 53sm segeln und haben dafür 8½ h gebraucht.

 
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Abends besuchen wir noch den Pub „The Eight Bells“.


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